Hier leben ist wie Urlaub machen...

Birresborn

Eifelgemeinde mit Herz

Pfarrgemeinde

Nachlese zur Birresborner Tradition der Klausenwallfahrt

Wie seit 145 Jahren machten sich die Birresborner auch am 2. Wochenende im September 2008 auf den Weg zum Wallfahrtsort Klausen.

Die auch über die Dorfgrenze hinaus bekannte
Wallfahrt der Dörfer der unteren Kyll ist die
nach Klausen. Auch die Densborner sind an diesem
Wochenende aktiv und wurden unterwegs getroffen.
Der erste Bittgang der Birresborner in den
Marienwallfahrtsort fand bereits im Jahre 1863
statt. Die Anlässe waren wohl damals wie auch heute
die verschiedensten. In ihrer großen Not pilgerten
die Dorfbewohner damals bereits zu Fuß nach Klausen
nach Klausen um auch den Glauben zu bekunden.
Nicht zuletzt um seine persönlichen Bitten gehört
zu wissen.
Die großen und kleinen Nöte der einzelnen Pilger sind
heute natürlich nicht mehr mit den damaligen zu
vergleichen.
Dennoch sind auch heute noch viele Probleme, Krankheiten,
Kummer usw. nicht wegzureden.

Wallfahrten sind seit 145 Jahren ein fester
Bestandteil des Lebens in Birresborn.
Alljährlich findet am 2. Septemberwochenende die
Klausenwallfahrt statt.

Selbst im II. Weltkrieg machten sich die
"Heinrichs, Johanns, Kätchens, Mariechens
und Kobbes" auf den Weg nach Klausen.
Auch heute noch ist diese Wallfahrt sehr beliebt.
Heute sind es derzeit halt nur noch 20 bis 30 Pilger,
die sich auf den Weg machen.
Begleitet von einigen Musikern trifft man
dann am späten Samstagnachmittag in Klausen ein.
Den Segen empfängt man in Klausen wie einen Etappensieg.
Ein schönes Gefühl ist es an einem Wallfahrtsort
viele Pilger zu sehen.
Viele Pilger, die sich auf den Weg machten.

Samstag morgens, 06.45 Uhr spracht Pastor Gerhard Schwan
in der Kapelle der Sankt Nikolaus in einer kleinen Andacht
zu den Fußpilgern. Um 07.25 geht dann der Zug nach
Phillipsheim.
Von dort geht dann der lange Weg nach Klausen.
Etwa 30 Kilometer ist die einfach Marschstrecke die
es in der Prozession zu bewältigen gibt.
Im Alter zwischen 12 und fast 80 Jahren stellt dies
natürlich unterschiedliche körperliche Belastungen dar.
Für kleine Notfälle ist es gut zu Wissen, dass Hedwig Schun
mit seiner "Fahrenden Oase" für die nötige innere Ruhe
eines jeden Pilgers sorgt. Auch hat sie natürlich
Getränke im Auto.

Anders als in früheren Zeiten, als die Pilger den
Fußweg von Birresborn nach Klausen und zurück
an 2 Tagen marschierten, wird heute nur noch der
Fußweg von der Bahnstation Philippsheim nach Klausen
und zurück marschiert.

Da Klausen schon immer das Ziel vieler Wallfahrer
aus der Umgehung war, mussten diese aus Mangel an
Betten zum Teil auf Stroh übernachten.
Eng verbunden mit vielen Wallfahrten der Birresborner
ist der Name Johann Müller der die Prozession über
viele Jahre als Brudermeister geführt hat. Noch heute
werden viele schöne Geschichten über frühere Wallfahrten
erzählt. Heute sorgt Hans Brakonier dafür, dass die seit
alters her festgelegte Reihenfolge der "Rosenkränze"
und Gebete eingehalten wird. Auch die Marienrufe und
Lieder werden gesungen.
Aber auch der Spaß kommt unterwegs nicht zu kurz …!

Sonntags geht es dann nach dem Frühstück in die
Frühmesse bevor dann um 09.30 Uhr der Rückmarsch
angetreten wird.
Bereits um 12.30 Uhr müssen einige Kilometer bis
zum Ort Bruch marschiert worden sein, bevor
„Bei Mary“ wie in jedem Jahr Suppe und Wurst
oder Fritten mit Wurst warten.
Nach der Mittagspause muß dann der Restweg
über Arenrath, Herforst - Speicher hin nach
Phillipsheim bis 18.00 Uhr marschiert sein um
dann um 19.25 Uhr am Bahnhof in Birresborn anzukommen.

Pastor Schwan mit seinen Messdienern, Teile des
Musikverein Birresborn sowie einige Angehörige,
ehemalige Klausenpilgerer- innen, gehen dann in
einer kleinen Prozession mit den Pilgern zurück
zur Kirche.
Nach der Begrüßung des Herrn Pastor Schwan, einer
musikalischen Unterhaltung (Marienlieder) und dem
Segen endet die kleine Andacht mit dem Lied
"Großer Gott wir loben dich".
An diese schönen Tage erinnert man sich immer
wieder gerne. Auch wenn in diesem Jahr das Wetter
auf dem Hinweg, mit fast nur Regen, eine große
Anstrengung darstellte, so war es am Sonntag zum
Rückweg ein Traumwetter mit fast wolkenlosem Himmel
und Sonnenschein.

Vielleicht helfen weitere Bürger mit und
halten sich bereits heute das 2. Septemberwochenende
frei, um diese uralte Tradition nicht einschlafen
zu lassen.

(Bilder der Wallfahrt 2008
von Hedwig Schun jetzt unter Veranstaltungen)

http://www.birresborn.de/de/
galerie/events.asp?OFFSET=1&GALLERY
=klausen2008&PICS_PER_SITE=1

Johannes Burggraf


Kontext
Datum 16.09.2008
Quelle Johannes Burggraf
Fotoalben Klausen 2008
Gelesen 2161 mal