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Gordon Schnieder wird neuer Kreis-Chef der CDU

Der CDU-Vorstand wird Gordon Schnieder (34) aus Birresborn auf dem heutigen Kreisparteitag in Gerolstein zum neuen Vorsitzenden vorschlagen. Amtsinhaber Frank Mörsch hatte im November angekündigt, nicht wieder zu kandidieren.

Gerolstein/Daun. Schnieder folgt Mörsch. So wird das voraussichtliche Ergebnis des CDU-Kreisparteitags am heutigen Freitag ab 19.30 Uhr im Rondell in Gerolstein lauten. Falls die Mitglieder diesem Vorschlag des CDU-Kreisvorstands folgen. Der hat sich zu einer allerletzten Abstimmung unter anderem mit den Gemeindeverbänden nochmals am Donnerstagabend getroffen.

Der seit Herbst 2006 amtierende Vorsitzende Frank Mörsch, der Mitte November angekündigt hatte, aus zeitlich-beruflichen Gründen nicht mehr antreten zu wollen, sagte auf TV-Anfrage: "Der Vorstand wird Gordon Schnieder vorschlagen, weil er ein guter und fähiger Mann ist und in seiner Funktion als stellvertretender Vorsitzender bereits das Geschäft kennt."

Mörsch sieht in der Personalie Schnieder auch keine "Altlast" in Sachen gescheiterte Kreissparkassenfusion, die Gordon Schnieder als CDU-Fraktionsvorsitzender im Kreistag maßgeblich vorangetrieben hatte und nach deren Scheitern er von diesem Amt zurückgetreten war. Vielmehr begründet der Kreisparteivorsitzende: "Gordon Schnieder hatte bei der Kommunalwahl nach der Fusionsdebatte ein hervorragendes Einzelergebnis, dass allein zeigt seinen Stellenwert und Rückhalt in der Bevölkerung."

Zudem sei das Fusionsthema in der Partei abgehakt. Mörsch: "Wir hatten bereits zwei Parteitage, auf denen wir uns intensiv mit dem Thema auseinandergesetzt haben."

Mörsch will stärkeren Dialog mit den Bürgern

Seine eigene Zielsetzung für den Parteitag, bei dem er seine dreijährige Zeit als Kreisvorsitzender noch einmal Revue passieren lassen wird, lautet: "Ich wünsche mir, dass wir einen guten, schlagkräftigen Vorstand wählen und dass die Mitglieder unserem Vorschlag folgen." Bei der Zusammensetzung des Führungsgremiums werde auch wieder auf eine ausgewogene regionale Zusammensetzung geachtet.

So sollen nach TV-Informationen Gillenfelds Ortsbürgermeisterin Heike Hermes von Gemeindeverband Daun als eine neue stellvertretende Vorsitzende vorgeschlagen werden, Hans-Jakob Meyer aus Oberbettingen vom Gemeindeverband Hillesheim als der andere Vize. Bislang haben dieses Amt Schnieder vom Gemeindeverband Gerolstein und Anne Püllen vom Gemeindeverband Hillesheim inne. Fernab der personellen Besetzung ist für Mörsch nach den herben Verlusten der CDU bei der Kommunalwahl, als sie auf Kreisebene fast 20 Prozent eingebüßt und die absolute Mehrheit im Kreistag verloren hat, aber auch klar: "Wir müssen in einen stärkeren Dialog sowohl mit den Mitgliedern als auch mit den Bürgern treten. Und dafür brauchen wir einen Vorsitzenden, der diesen Belangen stärker Rechnung tragen kann, sprich mehr Zeit hat."

Schnieder selbst begründete auf TV-Anfrage seine Kandidatur so: "Auslösender Faktor war, dass ich aus Reihen der Dauner Mitglieder, also dem größten Gemeindeverband und der Ecke, die am deutlichsten gegen die Sparkassenfusion gestimmt hat, gefragt wurde zu kandidieren. Darüber hinaus hat mich mein gutes Kommunalwahlergebnis bestärkt." Beides für ihn ein "großer Vertrauensbeweis". Als die wichtigsten Ziele seiner Arbeit nennt er erstens, "die heute noch ein Stück weit bestehende Zerrissenheit in der Partei wegen der Fusionsthematik zu überwinden". Daher will er auf dem Parteitag zu diesem Thema auch nochmals Stellung beziehen und klarmachen, "dass es ein solch hierarchisches Vorgehen nicht mehr geben wird". Zweitens müsse es gelingen, die Mitglieder stärker in die politische Arbeit einzubinden und sie aktuell auf dem Laufenden zu halten - per E-Mail, Post und mit Veranstaltungen und Mitgliederstammtischen. Die Details müssten in den kommenden Monaten erarbeitet werden.


Meinung



Personell kein Neuanfang

Die Wahl von Gordon Schnieder zum neuen Vorsitzenden der CDU im Landkreis Vulkaneifel ist einerseits keine große Überraschung (da sich kaum Kandidaten aufgedrängt haben), andererseits stellt sie keinen Neuanfang nach dem Fusions- und Kommunalwahldebakel dar. Schließlich war er einer der führenden Köpfe in der Kreis-CDU. Wenn ihm aber wirklich aus der Dauner Ecke die Kandidatur nahegelegt wurde, dann ist das ein Indiz dafür, dass die Partei bestrebt ist, ihre Zerrissenheit zu überwinden. Dennoch ist es aktuell schwer vorstellbar, dass Schnieder wieder zu alter Stärke finden und Zugpferd für seine Partei werden wird. Denn vielen wird noch lange in Erinnerung bleiben, dass der ehemalige Senkrechtstarter und Hoffnungsträger mit einem Schlag viel Kredit verspielt hat m.huebner@volksfreund.de

Kontext
Datum 08.01.2010
Quelle Quelle: Trierischer Volksfreund
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