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Birresborn

Eifelgemeinde mit Herz

Pfarrgemeinde

Gewand trifft Kluft

300 Biker kommen zur Segnung nach Birresborn

BIRRESBORN. (vog) Es werden immer mehr. Auch im dritten Jahr toppt der Motorradstammtisch "Die Wilde 13" das Vorjahresergebnis zur Bikersegnung, Messe und Open-Air. Diesmal kamen fast 300 Motorradfahrer auf etwa 200 "Maschinen" in die Kyllgemeinde.

"Bei 180 Sachen steigt ihr Schutzengel ab", warnt Pastor Gerhard Schwan, der in gewohnter Manier den richtigen Ton in seiner Predigt trifft, all die Biker, "die nicht genug vom Fahrspaß kriegen können". Motorradfahrer aus ganz Deutschland sind gekommen und begeistert. Ein Kölner Altrocker meint sogar: "Ich war 20 Jahre nicht mehr in der Kirche. Das hier ist super. Das gibt es bei uns nicht."

Schwan zeigt den Bikern ihre Verantwortung im Straßenverkehr auf. "Bei den extremen Kurvenlagen der Maschinen trennen Freude und Kummer nur Millimeter. Ganz zu schweigen von den Mitfahrern und anderen Verkehrsteilnehmern", sagt er eindringlich.

Mit Unterstützung von Pfarrer Alois Hülskamp segnet er jeden Messbesucher. Die Motorräder kommen erst nach dem Schlussgebet an die Reihe. Schwan: "Ich sage heute nicht, gehet hin in Frieden, sondern bleibt hier und verteilt viel Freude." Das fällt den Bikern nicht schwer. Für den Auftritt der Musikgruppen "Silver Surfer" und "Rooster" wird der Lkw, auf dem eben noch der Altar aufgebahrt war, in eine scheinwerfergrelle Bühne verwandelt. Derweil plaudern die Biker miteinander. Und sind sich einig: "Die Rundfahrt war spitze." 70 Kilometer fuhr am Nachmittag ein Konvoi von 120 Motorrädern durch die Eifel. Peter Marder aus Niederbettingen schwärmt: "Als wir das Dutzend Serpentinen nach Weißenseifen hoch fuhren, nahmen wir die gesamte Strecke ein. Das war ein irrer Anblick."

Überhaupt sei nicht nur das Wetter, sondern auch die Organisation sei sehr gut gewesen. Der Konvoi wurde von zwei Polizei-Motorradfahrern begleitet, alle Kreuzungen wurden separat gesichert. Ein Biker aus Koblenz meinte: "Die Strecke müsste offiziell ausgeschrieben werden. Aus der Motorradperspektive ist die Eifel noch schöner, vor allem bei der blühenden und prallen Vegetation."

"Ich werde es wieder tun"

Angelika Schmitz aus Rockeskyll war zuerst sehr skeptisch. Sie erklärt: "Das war meine Premiere, aber es hat Spaß gemacht. Ich kann meine anfängliche Angst gar nicht verstehen und werde es wieder tun." Die Freude ins Gesicht geschrieben ist auch Heribert Schmitz und Dieter Möschel, Organisatoren der "Wilden 13". "Der Einzugsbereich wird immer größer und auch die Akzeptanz im Dorf. Aus dem Ort kommen immer mehr zur Open-Air-Messe", freuen sie sich. Peter Marder, Mitglied der Harley Davidson Chapter Trier, fällt noch etwas anderes auf: "Meistens sind die Treffen markenspezifisch, aber hier gehen alle friedlich miteinander um, egal ob BMW, die Japaner oder Harley-Davidson."

Eine alte "Horrex Regina mit Beiwagen" hat nicht nur ihm gut gefallen. Auch eine Harley mit Sattel statt Sitz und airbrush-lakkiertem Tank zieht viele Blicke auf sich. Stets im Blick hat die "Wilde 13" den guten Zweck der Veranstaltung. Der Erlös geht, wie in den Vorjahren, an das Kinderheim St. Luzia in Indien ­ ein Projekt unterstützt von Pastor Schwan.

Kontext
Datum 16.06.2002
Quelle Quelle: Trierischer Volksfreund
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