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Birresborn

Eifelgemeinde mit Herz

Pfarrgemeinde

Sag mir, wo die Kinder sind

Nun sind sie wieder gehalten, die Erstkommunionfeiern; doch sag mir, wo die Kinder sind, wo sind sie geblieben?!

Acht bis neun Monate Intensivkurs, besondere Ansprache, besondere Gottesdienste, fetzige Lieder, biblische Spiele, Katechesen mit den Tischmüttern.

In jeder Pfarrei gab es Extra-Würstchen für die Youngsters.

Möglich, dass das eine und andere Kommunionkind als Messdiener/in fungiert. Doch für die überwiegende Mehrheit kommt dieses Ehrenamt nicht in Frage.

Warum, wieso, weshalb spielt Kirchegehen plötzlich keine Rolle mehr bei den meisten?

Halten die Eltern ihre Kinder nicht an? Gehen sie selber nicht? Will man erst mal wieder Ruhe haben nach soviel (zuviel?) Vorbereitungskurs? Ist man froh, dass alles erst mal rum ist?

Hat sich der Glaube nicht in die Kinderseele gepflanzt? Oder sind die Messen langweilig? Die Lieder ätzend, die Predigt zu lang? Die Messzeit zu unbequem?

Die Gründe sind sicher vielfältig, nicht alle stichhaltig und nicht mit einem Male zu entschärfen. Jede Pfarrei muss Gründe bei sich selber und ihren Gegebenheiten suchen. Was aber auffällt, ist ein Fehlen von Strukturen bis zur Firmung. Es gibt kaum ein Netz, das die nun mündigen Kommunionkinder auffängt, außer das Angebot, Messdiener/in zu werden.

Wenn‘s daran liegt, dann lasst uns doch ein Netz knüpfen! Dann fangen wir nach der Erstkommunion neu an, damit auch weiterhin Gottesdienst eine Rolle spielt, Spaß macht und einladend wirkt, ansprechend und die Kinderseele erfüllend.

Gerhard Schwan, Pfarrer
Birresborn

Kontext
Datum 15.06.2002
Quelle Quelle: Trierischer Volksfreund
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