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‘Möchte das Pferd mit den Schlaghosen reiten’

350 Kinder vergnügen sich beim Westerncamp in Birresborn-Rom - Hier Rodeo-Helden, dort Goldsucher

BIRRESBORN-ROM. (git) Unter dem Motto "Such mit uns den Schuh des Manitu" verwandelten rund 350 Kinder das Gelände des Reitstalls "Wiesenhof" in Rom in ein Western-Camp.

Eingeladen zu der Westernfete hatte der "Marc & Penny Club" der Volksbank Eifel-Mitte. Rhythmische Trommelklänge der "Djembe Roots" - mit ihrem Lehrer Tom Haueser - sorgten für die richtige Einstimmung. Während die "Indianer" um den Marterpfahl tanzten, suchten die Abenteurer nach Gold. Ausgerüstet mit einem Sieb tummelten sich die Goldgräber auf einem riesigen Sandhaufen und fanden die begehrten Nuggets. Der neunjährige Christoph stellte die bange Frage: "Darf ich das Gold auch behalten?" Sein Bruder hingegen suchte nicht mit, er spekulierte: "Mein Bruder gibt mir bestimmt etwas ab."

Die Mutigen versuchten sich im Rodeo-Reiten. Selbst ein Sturz über die Hörner des Stiers konnte den zehnjährigen Olaf nicht daran hindern, sich immer wieder in der Schlange der Wartenden anzustellen: "Es hat gar nicht weh getan, ich bin weich gefallen."

Wem jedoch der Kampf mit dem Rodeo-Stier zu gefährlich war, der konnte sich jede Menge andere Spiele aussuchen. So suchten sie den Wettkampf im Sackhüpfen, Hufeisen und Dosen werfen, oder sie löschten mit einer Wasserpistole brennende Kerzen aus. Eine Hüpfburg lud die kleineren Kinder zum Toben ein.

Und in einer Bastelstube wurde der schönste Indianerschmuck hergestellt. Stella (7 Jahre) aus Feusdorf trug stolz eine Indianerkette, die sie aus bunten Nudeln gemacht hat. Wer keine Lust zum Basteln hatte, ließ sich aus Wasserfarbe die schönsten Tatoos aufmalen.

Für jedes Kind war etwas dabei, was ihm Spaß machte. Oder doch nicht? Julian (7 Jahre) hatte noch nichts gefunden, was ihn beigeistern konnte: "Ich gucke mich noch um, vielleicht finde ich ja noch was ­ Rodeo-Reiten ist mir aber zu gefährlich."

Vielleicht Pony-Reiten? Das war für viele ein Riesenspaß. Die achtjährige Vanessa hatte nur einen Wunsch: "Ich möchte das Pferd mit den Schlaghosen reiten!" Gemeint war das Pferd mit den langen Haaren über den Hufen.

So viele Aktivitäten machen natürlich hungrig. An einer großen Feuerstelle konnten die Kinder Stockbrot backen. Die Stöcke wurden am oberen Ende mit Brötchenteig umwickelt und ins Holzkohlefeuer gehalten. Die große Hitze, die riesigen Rauchschwaden störten sie keineswegs.

Marion (5 Jahre alt) aus Hillesheim hat schon das zweite Bot im Feuer: "Ich muss den Stock ab und zu umdrehen, sonst wird das Brot schwarz. Schwarze Sachen kann man nicht essen."

Der zehnjährige Uwe aus Lissendorf hatte besonders gesegneten Appetit: "Ich habe schon das zehnte Brot gegessen, es schmeckt mir total gut." So hatte Frank Schröder an diesem Tag den "heißesten" Job. Ununterbrochen musste er die Feuerstelle mit Glut auffüllen. Es wurden über 400 Stockbrote vertilgt.

Für die Kinder, denen das Brotbacken zu heiß war, gab es Suppe aus einem Topf, der über offenem Feuer hing und andere Leckereien. Für alle Kids war es ein gelungenes Indianer- und Westernfest. Großes Manitu-Ehrenwort.

Kontext
Datum 04.09.2002
Quelle Quelle: Trierischer Volksfreund
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