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Birresborn

Eifelgemeinde mit Herz

1250-Jahr Feier

Jubiläumsfest im Zeichen des Waldes

Wie wird die Rinde der Eiche abgeschält, die fürs Ledergerben so wichtig war? Wer oder was ist ein "Louhkleppel"? Wie wird Holzkohle hergestellt? Diese und viele andere Fragen können sich große und kleine Besucher beim Waldfest an den Eishöhlen

Das Fest wird anlässlich des 1250-jährigen Bestehens des Dorfes gefeiert, für die der Wald seit jeher große Bedeutung hatte.

Nach dem historischen Dorffest vor drei Jahren feiert die Ortsgemeinde Birresborn erneut groß: Denn vor 1250 Jahren wurde der Ort Birresborn urkundlich zum ersten Mal erwähnt. Der Frankenkönig Pippin (der Jüngere), Vater Karls des Großen, stattete 762 die Abtei Prüm mit umfangreichen Besitzungen aus. Darunter ist auch das "Eifelgut" Birgisburias, das heutige Birresborn. In der Urkunde ist auch festgehalten: Die Bauern aus dem Dorf hatten unter anderem jährlich fünf Lohbündel abzugeben, die neben der Ledergerbung für die Herstellung von Fackeln gebraucht wurden.

Das Loheschälen hat in Birresborn also eine sehr lange Tradition. Despektierlich oder bewundernd, so genau weiß man das nicht immer, werden die Birresborner Einwohner daher auch "Louhkleppel" von ihren Nachbarn genannt.

"Der Wald hat für unsere Gemeinde seit jeher eine große Bedeutung, daher haben wir ihn zum Schwerpunktthema des Jubiläumsfestes gemacht", sagt Birresborns Ortsbürgermeister Michael Zander, zugleich Forstbeamter. Und er zählt auf: Die vergleichsweise große Gemarkungsfläche mit 2087 Hektar ist zu fast 70 Prozent bewaldet. Von diesen 1400 Hektar Wald sind allein 1000 Hektar Gemeindewald. Zander: "Damit ist unser Gemeindewald einer der größten kommunalen Forstbetriebe des Landes." Vor allem deswegen wird Birresborn in alten Schriften als "eine der reichsten und wohlhabendsten Gemeinden im Bezirk Trier" bezeichnet. Dieser Reichtum war vor allem der Eichenlohe zu verdanken. Birresborn besaß im Jahr 1878 rund 750 Hektar Eichenschälwald. Zander sagt: "Es geht die Legende um, dass in dieser Zeit die Ortsbewohner wegen des Reichtums der Gemeinde keine Steuern zahlen mussten. Heute unvorstellbar."

Beim Waldfest werden deshalb viele historische Waldnutzungsformen wie die Lohrindengewinnung oder die Köhlerei sowie die Waldarbeit von früher gezeigt. Aber noch mehr: Auch die heutige Bedeutung des Waldes wird in all seinen Facetten dargestellt: als Wasserspeicher, als Lebens- und Erholungsraum, als Energielieferant.
Dazu werden auf einem Parcours von rund 3,5 Kilometern Länge mehr als 20 Stationen aufgebaut sein. "Da ist für große und kleine Besucher was dabei, um Spaß zu haben und sich umfangreich informieren zu können", sagt Ortsbürgermeister Zander.

In Zusammenarbeit mit dem Forstamt Gerolstein wird am Sonntag, 26. Mai, an den Eishöhlen in Birresborn anlässlich des 1250-jährigen Bestehens des Dorfes ein großes Waldfest gefeiert. Start ist um 10.30 Uhr mit einem Gottesdienst, dann wird der Waldparcours eröffnet. Von 13 bis 14 Uhr spielt der MV Birresborn. Wegen der eingeschränkten Parkmöglichkeiten im Wald wird ein Bus-shuttle-Service angeboten. Parkflächen und Fußwege zum Festplatz sind ausgeschildert. Eintritt: zwei Euro für Erwachsene, Kinder bis 14 Jahre frei. Das Ticket gilt gleichzeitig als Los für die Tombola. red

Kontext
Datum 24.05.2013
Quelle Quelle: Trierischer Volksfreund
Gelesen 2009 mal