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Birresborn

Eifelgemeinde mit Herz

Gewerbe

»Eier-Fabrik« in Birresborn geplant

Mit einer Jahresproduktion von bis zu 110 Millionen Eiern könnte ein in Birresborn geplanter Legehennenbetrieb schon in absehbarer Zukunft zu den größten des Landes Rheinland-Pfalz gehören.

Zwei Investoren aus den Niederlanden wollen sich mit insgesamt 330.000 Legehennen im Gewerbegebiet »Auf dem Boden« niederlassen, rund 1400 Meter von der Birresborner Ortsmitte entfernt.

Bislang hatte die Ortsgemeinde Birresborn wenig Glück mit der Vermarktung des Gewerbegebiets an der Landesstraße 24. Um das rund 35.000 Quadratmeter umfassende Areal zu erschließen, nahm die Ortsgemeinde im Jahr 2007 einen Kredit in Höhe von 600.000 Euro auf. Doch bereits vor der Fertigstellung machten ausgerechnet die beiden Firmen pleite, die aus der Birresborner Ortsmitte in das neue Gewerbegebiet umgesiedelt werden sollten. Bislang fanden sich keine anderen Interessenten, die sich mit ihrem Betrieb »Auf dem Boden« niederlassen wollten.


Investoren aus Holland

Doch das könnte sich nun ändern: Die beiden niederländischen Agrar-Unternehmer Johan und Peter Smits, die aus der Gerolsteiner Partnerstadt Gilze-Rijen stammen, wollen einen riesigen neuen Legehennenbetrieb in dem Gewerbegebiet an der L24 gründen: In drei Großställen, jeweils 110 Meter lang und 24 Meter breit, sollen jeweils 110.000 Legehennen ihre Arbeit verrichten – insgesamt also 330.000 Tiere, die am Tag bis zu 300.000 Eier produzieren. »Es gibt bislang nur einen einzigen Betrieb in Rheinland-Pfalz in dieser Größenordnung«, berichten die beiden Investoren, die seit 1996 in der Branche tätig sind. Seit 2007 sind die Gebrüder Smits auch mit einem Legehennenbetrieb im niedersächsischen Vechta vertreten. Mit der geplanten Investition in Birresborn würde die Zahl ihrer Legehennen von rund 600.000 auf dann 930.000 steigen. Allein in Birresborn würden dann pro Jahr rund 110 Millionen Eier produziert werden können.



Umstrittene Massentierhaltung

Doch die Massentierhaltung besitzt im Allgemeinen nicht den allerbesten Ruf – deshalb ist die Ortsgemeinde Birresborn auch gut beraten, die Bevölkerung von Anfang an über den geplanten Betrieb zu informieren. Denn neben ethischen Fragen steht bei einem Betrieb in dieser Größenordnung auch die Frage im Raum, ob es zu Beeinträchtigungen für die Anwohner kommen könnte. Bei einer gut besuchten Info-Veranstaltung am Montag im Birresborner Gemeindehaus waren rund 120 Bürger der Einladung von Ortsbürgermeister Michael Zander gefolgt. »Die Planungen der Investoren sind zwar schon recht konkret, das Genehmigungsverfahren ist aber noch nicht angelaufen«, fasste Zander den aktuellen Stand des Projekts zusammen.
»Wir wollen, dass auch regionale Firmen von unserem Projekt profitieren«, betonte Unternehmensberater Bert Wagemakers bei einer ausführlichen Vorstellung des Bauvorhabens. Neben den Stallungen sollen auf dem Gelände auch etliche Futtersilos, eine Lagerhalle, weitere Nebengebäude und ein Wohngebäude für den Betriebsleiter errichtet werden. Dieser soll aus den Niederlanden kommen, informierte Smits. »Es entstehen daneben aber auch noch acht Vollzeit- sowie acht Teilzeitarbeitsplätze.«
Besonderes Augenmerk müsse bei der Planung auf die bestehenden Naturschutz- und FFH-Gebiete im Umfeld des Gewerbegebiets gelegt werden, räumte Planer Michael Herdt ein. »Das ist eine anspruchsvolle Aufgabe«, so der Agrar-Experte. Um Beeinträchtigungen durch Geruch, Staub und Ammoniak zu verhindern, müsse eine aufwändige Filteranlage in das Belüftungssystem der Stallungen eingebaut werden.
Für die Legehennen selbst ist eine so genannte »Bodenhaltung in Volieren« geplant, wobei maximal 18 Tiere auf einem Quadratmeter Stallfläche gehalten werden dürfen. Der anfallende Kot soll einmal in der Woche per Lastwagen zur Biogasanlage nach Wiesbaum gebracht werden.


Kaum kritische Stimmen

Bei der Versammlung am Montag gab es kaum kritische Stimmen gegen das Projekt: Zu groß scheint die Freude darüber zu sein, dass die Gemeinde ihr bislang defizitäres Gewerbegebiet nun vielleicht doch noch an den Mann bringen könnte.

Kontext
Datum 23.10.2013
Quelle Quelle: Wochenspiegel
Unternehmen Huehnerfarm
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