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Birresborn

Eifelgemeinde mit Herz

Lesermeinungen

Hühnerfarm : „Ehrliches Strohfeuer“ ?

Wie in einer Demokratie üblich, melden sich bei anstehenden Veränderungen in einer Gemeinde die Bürger zu Wort. Dies ist erst einmal positiv zu bewerten.

Geht es aber nur um allgemeine Floskeln, unbegründete und unbelegte Horrorvorhersagen, so ist die Frage zu stellen ob es sich hierbei um ein „ehrliches Strohfeuer“ handelt?

Es sollte beidseitig sauber argumentiert werden.

Streitthema ist dieses Mal der Bau einer Hühnerfarm im ausserhalb von Birresborn gelegenem Arial „Auf dem Boden“.

Sofort kommt es zum Skandalthema „Massentierhaltung“.
Auch ich sehe das Thema kritisch - doch muss man immer von den schlimmen Bildern der„google-Suche“ oder aus dem TV auf das geplante Projekt bei uns schliessen?

Muss der Bauer mit hunderten Kühen/Schweinen in Boxen in Zukunft Proteste erwarten? Wo ist der skandalöse Unterschied? Im geplanten Projekt gibt es keine Boxen/Käfige, wo Hühner gestapelt und gequetscht werden.
Sie könnten sich genaugenommen mehr bewegen als o.g. Tiere.

Wo genau informieren sich die Kritiker? Wo nehmen Sie die wirklichen Werte für Umweltbelastungen her, aus welchen Werten ergeben sich die touristischen und wirtschaftlichen Horrorszenarien?
Hier macht ein Kommentar/eine Unterschrift einen nicht sofort zum Agrarexperten, Bauingenieur, Wirtschaftsminister oder Weltretter.


Die Chance, das Projekt ordentlich und fachlich sicher zu präsentieren, verhandeln und abzuwickeln, wird hier den, durch die Bürger GEWÄHLTEN, Vertretern der OG, von vornherein genommen.

Es wird einfach mal „wild“ mitdiskutiert und berichtet mit Anstaltsbezeichnungen, die heute nichts mehr in einer Überschrift zu suchen haben.

So sollte doch einmal hinterfragt werden ob diese ganzen „Mitredner“ schon alle in den Niederlanden waren und sich solch einen Betrieb angeschaut haben und wirklich so gut informiert sind? Kaufen diese Leute, „untypisch“ deutsch, alle die Milch und die Eier vom ortsansässigen Bauern, verzehren nur Nudeln aus Getreide? Meiden sie konsequent den FastFood-/ Discount-Markt? Wenn dies der Fall ist, sollten die sich noch übrig gebliebenen Unternehmer im Dorf überlegen, ob nicht eine neue Sparte, ein neues Geschäft, nicht zu dem „Gewinn“ überhaupt führen würde.

Teile des gewählten Gemeinderates waren in den NL und haben sich die Firma angeschaut. Sollte dieser Betrieb ethische und moralische Probleme mitbringen, die durch das strenge Gesetz in Deutschland, sowie mit den modernen baulichen Möglichkeiten nicht in den Griff zu bekommen seien, so denke ich (auch der Ortsgemeinderat besteht aus Menschen) wäre das Thema sofort vom Tisch gewesen.

Der Investor scheint ja auch investieren zu wollen und nicht auf eine „billige“ Lösung zu pochen.

Bleibt das Wort zur viel diskutierten Abbiegespur.
Diese, wird wohl egal welches Gewerbe (es ist ein Gewerbegebiet), aus verkehrstechnischen Gründen bzw. der Sicherheit für die „Kylltalpendler“ vom LBM angestrebt/vorgeschrieben werden.

Der neue Investor könnte sicherlich mit ins Boot genommen werden, so wie es übrigens auch bei der 200m weiter neu gebauten Abbiegespur, in ganz unspektakulärer Art und Weise richtigerweise gehandhabt wurde.

Der Ortsgemeinde sollte die Chance und das Vertrauen gegeben werden das Projekt zumindest zu überdenken und zu prüfen. Ein Busunternehmen aus dem Ort würde die wie oft gelesen, „super informierten“ Kritiker sicherlich auch zu einer Besichtigung in die NL bringen. Die Frage ist, ob es hier für soviele Mitfahrer wie Mitdiskutierer reichen würde.

Die SG Kylltal war übrigens im August in der Partnerstadt Gerolsteins, Gilze/Rijen, wo diese Firma steht. Wir verbrachten im Hochsommer ein „geruchnormales“ + „belästigungsfreies“ schönes touristisches Wochenende.

Will sagen: Gewerbehallen in einem dafür ausgelegten Gewerbegebiet, noch ein Funkturm im Dorf, werden nur 1 Touristen aus Birresborn fernhalten. Dafür sorgt aber sicher in naher Zeit eher das „nie vergessene Internet“, wo bei der google-Suche, wohl bald leider überspitzte und fremdschämende Überschriften sowie Artikel ohne tiefgehende und belegte Fakten ganz oben erscheinen. Prima.


Patrick Burggraf, 24, staatl. gepr. Bautechniker, 54574 Birresborn

Kontext
Datum 30.10.2013
Quelle Patrick Burggraf
Unternehmen Huehnerfarm
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