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Birresborn

Eifelgemeinde mit Herz

Dorferneuerung

Fleißige Helfer verschönern das Dorf

Ein neuer Dorfplatz, der Ausbau von zwei Straßen und Geschwindigkeitsmessgeräte

(Birresborn) Ein neuer Dorfplatz, der Ausbau von zwei Straßen und Geschwindigkeitsmessgeräte: Darauf hofft Gordon Schnieder, Ortsbürgermeister von Birresborn, für das Jahr 2015. Obwohl das Geld knapper wird, wissen sich die Menschen zu helfen.

Birresborn. Die Lippen von Gordon Schnieder laufen leicht blau an, er bibbert. Kalt ist es an diesem Wintertag in Birresborn, wo er vor dem Kriegerdenkmal steht. Doch wenn der Ortsbürgermeister, der seit dem Sommer des vergangenen Jahres im Amt ist, darüber spricht, wie sich der Platz in der Dorfmitte in den vergangenen Jahren gewandelt hat, redet er sich ganz schnell warm.
Wo vor nicht allzu langer Zeit noch hohe Mauern und Hecken die Sicht versperrten, ist nun der Blick auf Gotteshaus und Denkmal frei. Ab dem Frühjahr können hier Birresborner und Touristen rasten und die Umgebung erkunden. Rund 130 000 Euro kostet es, die Dorfmitte schöner zu machen. Eine Menge Geld. 

Keine großen Projekte

Aber, so Schnieder: "Viel haben wir durch die Eigenleistung der Einwohner eingespart. Bei den Pflasterarbeiten haben häufig zehn Männer mitgeholfen. Der Bäcker versorgte die Helfer mit Kaffee und Kuchen. Von so einem Engagement lebt das Dorf." 
In Zeiten, in denen große finanzielle Sprünge kaum möglich seien, umso mehr. Doch Schnieder, der zudem CDU-Kreisvorsitzender ist und bei der Wahl im kommenden Jahr in den Landtag einziehen will, sieht den Einsatz der Bevölkerung durch weitere Sparmaßnahmen bedroht. 
"2015 gibt es wieder weniger Geld vom Land, obwohl die Gemeinden oft als Keimzelle der Demokratie bezeichnet werden. So laufen wir Gefahr, nur noch verwalten und nicht mehr gestalten zu können. Dann verlieren die Leute irgendwann den Spaß", befürchtet er.
Die ganz großen Projekte bleiben so in diesem Jahr in Birresborn aus. Den größten Batzen bei den geplanten Investitionen macht der Ausbau der Straßen Im Lierchenseifen und der Neustraße aus, die an der Grundschule entlangführt. 
623 000 Euro sollen die Projekte kosten, davon trägt die Gemeinde 75 170 Euro. 436 100 Euro leistet die Bevölkerung des ganzen Dorfes über wiederkehrende Beiträge. Die Begründung des Ortsbürgermeisters: "Von den Straßen profitiert jeder, nicht nur die wenigen Anwohner. Deshalb wollen wir denen diese Zahlungen nicht alleine aufbürden." Ausschlaggebend für die Realisierung ist aber, ob das Land weitere 111 730 Euro beisteuert. "Da sieht es aber gut aus", meint Schnieder. Ziel sei es auch, zwei Geschwindigkeitsmessgeräte für 5000 Euro anzuschaffen. Sie sollen in der Büdesheimer Straße im Neubaugebiet und in der Mürlenbacher Straße am Ortseingang stehen. "Dort sind die Autos ganz schön schnell unterwegs, obwohl dort Familien mit Kindern leben. Ich habe Studien gelesen, die zeigen, dass die Messer für umsichtigeres Fahren sorgen." 

Fahrradweg wird verlängert

Weil im Bauhof der Rasentraktor kaputt ist, mit dem auch der Schnee geräumt wird, soll für 7500 Euro ein neuer her. So lange müssen die Arbeiter den Schnee von Hand wegschaufeln. Ebenso problematisch ist derzeit das Wandern zum Vulkan Kalem entlang der Büdesheimer Straße. "Besonders wenn Leute dort mit dem Kinderwagen unterwegs sind und Autos mit hohem Tempo fahren, ist das gefährlich", weiß Schnieder. Eine Wegbefestigung für Fußgänger soll helfen.Zudem sollen der Fahrradweg an der alten Mühle verlängert und der alte Schotterplatz gepflastert werden. Dafür will Schnieder wieder die treuen Birresborner gewinnen. "Da sind wir auf Hilfe angewiesen", sagt der Ortsbürgermeister, der trotz des Ärgers über leere Kassen eines weiß: "Zum Glück gibt es hier Menschen, auf die wir uns verlassen können."

Extra

Mit einem Minus von 26 230 Euro wird im Birresborner Ergebnishaushalt für 2015 gerechnet. Erträgen in Höhe von etwas mehr als 1,62 Millionen Euro stehen Ausgaben in Höhe von etwas weniger als 1,65 Millionen Euro entgegen. Dennoch ist der Etat ausgeglichen. Die Verluste verrechnet die Gemeinde mit den Jahresüberschüssen von 530 702 Euro, die zwischen 2008 und 2013 erwirtschaftet wurden. flor

Extra

Weniger optimistisch ist Birresborns Ortsbürgermeister Gordon Schnieder, dass sich in naher Zukunft Unternehmen in dem Gewerbegebiet an der Landstraße 24 ansiedeln. Dieses ist fast so groß wie fünf Fußballfelder - und nicht vom Glück verfolgt. Erst gingen interessierte Unternehmen in die Pleite, dann erzürnte das Gedankenspiel einer Hühnerfarm die Bürger. Die größte Sorge von Schnieder: "Firmen könnte das Internet zu langsam sein." Mit der Wirtschaftsförderung in Daun will der Politiker nun das Gespräch suchen, wie die Fläche vermarktet werden kann. An Schuldendienst für die bereits vor Jahren erfolgte Erschließung des Gebiets zahlt die Gemeinde in diesem Jahr voraussichtlich 32 654 Euro. flor

 

 

Kontext
Datum 28.01.2015
Quelle Quelle: Trierischer Volksfreund
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