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300 Windeln im Monat: Wie kleine Drillinge eine Familie in der Vulkaneifel auf Trab halten

(Birresborn) Stefanie und Marco Vanck aus Birresborn sind Eltern geworden. Der Klapperstorch hat das junge Ehepaar gleich dreifach beliefert.

Stefanie und Marco Vanck aus Birresborn sind Eltern geworden. Der Klapperstorch hat das junge Ehepaar gleich dreifach beliefert. Nun muss alles ein bisschen größer sein: Ein Laufstall im XXL-Format, ein Familienauto statt eines Cabrios und eine größere Mülltonne für den ganzen Windelabfall.

Birresborn. Zunächst hatte der Frauenarzt Stefanie Vanck die freudige Nachricht überbracht, dass sie mit einem Baby in der sechsten Woche schwanger ist. Bei der nächsten Untersuchung in der zehnten Woche war schon zu erkennen, dass es Zwillinge sind. Und beim nächsten Arztbesuch erfuhr die werdende Mutter, dass Drillinge unterwegs sind. "Da habe ich gesagt, dass ich nicht mehr in die Praxis komme, sonst gibt es das vierte Kind", sagt Stefanie Vanck und lacht.

Neun Wochen vor dem Geburtstermin wurden die drei Mädchen per Kaiserschnitt im Trierer Mutterhaus auf die Welt gebracht. Elisa, mit 1160 Gramm die Leichteste der drei Mädchen, erwies sich schnell als die Fitteste. Hanna und Sara mussten beatmet werden. "Es ist schon hart, wenn man seine drei kleinen Babys sieht, die da an allen möglichen Geräten angeschlossen sind und um ihr Leben kämpfen", sagt Stefanie Vanck.

Doch die Mädchen haben sich gut entwickelt, sind gesund und fidel. Während Marco Vanck tagsüber arbeitet, kümmert sich Stefanie Vanck alleine um den Nachwuchs. Da sind zwei Hände meist zu wenig. "Der größte Schreihals wird zuerst gefüttert", sagt sie. Drei Babys auf einmal sind eine große Herausforderung - auch finanziell. Alles musste dreimal angeschafft werden. Und der Laufstall ist direkt in XXL-Format geliefert worden.

Auch sonst sprengt vieles die Dimensionen. "Wir verbrauchen etwa 300 Pampers im Monat, und deshalb haben wir auch eine zweite Mülltonne beantragt, weil wir gar nicht mehr wussten, wohin mit dem ganzen Abfall", sagt die junge Mutter. Beim Milchpulver gibt es sogar manchmal Engpässe, sagt sie. Normalerweise dürfen nicht mehr als drei Pakete der Pre-Milch, also der Säuglingsanfangsnahrung, auf einmal gekauft werden. Doch für die dreifache Mutter macht eine Drogerie in Gerolstein eine Ausnahme.

Van statt Cabrio

Drei Hochstühle, drei Betten und ein Drillingswagen wurden angeschafft. Und statt des BMW Z4-Cabrios steht nun ein VW-Touran vor der Tür, weil da drei Babyschalen nebeneinander hinten hinpassen.
Einmal die Woche fährt Stefanie Vanck zum Einkaufen. Dann kommt eine Tagesmutter und passt auf die Drillinge auf. Ihre Verwandten wohnen nicht in der Nähe, sodass sie viel organisieren muss. Mal eben die Oma anrufen funktioniert nicht.

Ratschläge holt sich die 32-Jährige aus dem Netz bei Facebook. "Da gibt es ein Drillingsforum mit 400 Mitgliedern. Ich bekomme dort viele wertvolle Tipps und Informationen", sagt Stefanie Vanck. Natürlich würde sie auch gerne später mit den Mädchen eine Krabbelgruppe besuchen. Momentan sieht sie von solchen Aktionen aber noch ab. "Ich komme mit den dreien ja noch nicht mal in einen Aufzug. Wenn ich zum Beispiel zum Babyschwimmen gehen wollte, müsste ich zwei wegorganisieren. Das möchte ich nicht."

Daheim sei sie gut strukturiert, sagt die gelernte Hotelkauffrau. Doch sobald sie mit den Kindern das Haus verlässt, wird es schwierig. Alleine um die drei ausgehfein zu machen, habe sie alle Hände voll zu tun.

Freude überwiegt

Doch die Freude überwiegt klar. "Am schönsten ist es, wenn sie lachen", sagen die stolzen Eltern unisono. "Meine Kinder sind mein Ein und Alles", sagt Stefanie Vanck und träumt schon von der nächsten Anschaffung: ein neuer Kinderwagen - mit dem man auch durch die Tür passt.

Kontext
Datum 14.07.2015
Quelle Quelle: Trierischer Volksfreund
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