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Üble Schlaglochpiste wird nur im Dorf saniert

Üble Schlaglochpiste wird nur im Dorf saniert: K 77 wird in Birresborn erneuert - Strecke nach Salm bleibt schlecht

(Birresborn) Sie ist eine der marodesten Straßen im Kreis und diejenige, über die am meisten diskutiert worden ist: die K 77. Ab heute wird sie innerhalb von Birresborn saniert. Der acht Kilometer lange Abschnitt bis nach Salm bleibt jedoch vorerst eine Schlaglochpiste.

22.08.2016
Mario Hübner

Birresborn. Wer auf der K 77 von Salm über Rom nach Birresborn fährt, sollte Geduld und gute Stoßdämpfer haben. Denn auf der Schlaglochpiste wird das eigene Auto oder Motorrad arg strapaziert. Die Fahrbahndecke auf der kurvenreichen Strecke gleicht einem Flickenteppich: Der Asphalt ist von Rissen durchzogen, an vielen Stellen sind tellergroße Stücke weggeplatzt, es gibt Hubbel und Löcher. Eine Sanierung ist aber vorerst nicht in Aussicht. "Da die Mittel immer knapper werden und Gemeinschaftsprojekte, bei denen auch der Kanal erneuert wird, vorgezogen werden, rechne ich nicht mit einem Ausbau vor 2020 bis 2022", sagt Birresborns Ortsbürgermeister und Landtagsabgeordneter Gordon Schnieder (CDU). Auf die Frage, ob er einer Abstufung der K 77 von einer Kreis- zur Gemeindestraße zustimmte, wenn sie dann saniert würde, antwortet er knapp: "Nö!"

Alte Diskussion

Genau darüber hatte sich vor Jahren der Kreistag unter Vorsitz von Ex-Landrat Heinz Onnertz heillos zerstritten. Während die Befürworter um den Ex-Landrat die Abstufung mit Verweis auf das Landesgesetz und aus Kostengründen als zwingend erforderlich hielten, beharrte vor allem die CDU auf dem Status quo. Mit Erfolg. Daher sagt Schnieder auch heute: "Kreisstraßen bleiben Kreiseigentum. Punkt! Darum haben wir lange genug gekämpft und sind auch heute nicht bereit, einfach Vermögen abzugeben." Schließlich erhält der Kreis für jeden Kilometer eigener Straßen vom Land Geld für deren Unterhaltung. Zudem betont der Ortsbürgermeister: "Eine Ortsgemeinde ist mit der Unterhaltung solch einer Strecke vollkommen überfordert."
Nun aber freut er sich, dass die marode Straßen zumindest im Dorf auf Vordermann gebracht wird. Das geschieht an zwei Stellen: zunächst am Ortseingang aus Richtung Hinterhausen bis fast in die Ortsmitte sowie vom Ortseingang aus Richtung Salm bis fast an die Bahnlinie. Das letztgenannte Teilstück ist laut Projektbetreuer Ralf Wawers vom Landesbetrieb Mobilität in Gerolstein erst kurzfristig dazugenommen worden. "Bei dem Starkregen im Frühsommer ist aufgefallen, dass das Wasser dort stets auf der Straße stehenbleibt, teilweise ist es sogar in die Hallen des ehemaligen Phoenix-Sprudels gelaufen. Das muss gemacht werden." Neben der Sanierung der obersten Asphaltschicht sollen auch die Ablaufrinnen und Schächte erneuert werden. Die Kosten dafür sind noch nicht beziffert, Wawers geht aber von maximal 20 000 bis 30 000 Euro aus.

Der Ausbau auf der anderen Seite des Dorfes von rund 900 Metern Straße kostet laut Ausschreibungsergebnis 125 000 Euro. Die übernimmt der Kreis fast komplett alleine und erhält auch keine Zuschüsse, da es sich um Unterhaltungsarbeiten handelt. Lediglich 6500 Euro davon übernehmen die Verbandsgemeindewerke Gerolstein für das Anpassen von Hydranten und Kanalschächten auf die neue Fahrbahnhöhe. Laut Wawers wird auf der gesamten Strecke die oberste Fahrbahndecke abgefräst und eine vier Zentimeter neue Deckschicht aufgebracht. Zudem werden kaputte Rinnen und Bordsteine sowie Abläufe, die sich abgesenkt haben, erneuert. Bis 3. September sollen die Arbeiten abgeschlossen sein. In dieser Zeit ist die Straße gesperrt, eine Umleitung aber bereits ausgeschildert.

Kontext
Datum 22.08.2016
Quelle Quelle: Trierischer Volksfreund
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