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Rennfieber grassiert in Birresborn

Samstag ist zweite Auflage des Seifenkistenrennens

Ein besonderer Virus grassiert in Birresborn. Das Rennfieber ist vor Wochen ausgebrochen und wird am Samstagmittag seinen Höhepunkt erreichen. Um 12.45 Uhr beginnt das Seifenkistenrennen um den Pastor-Schwan-Pokal.

Risiken und Nebenwirkungen sind weitgehend kontrolliert. Dafür sorgte im Vorfeld ein großes Mitarbeiterteam. Viele Väter, Onkel und Großväter bauten gemeinsam mit den Kindern und Jugendlichen an den hölzernen Boliden.

Pastor Gerhard Schwan erfüllt sich mit dem Seifenkistenrennen einen Jugendtraum. Der 49-Jährige war schon als Kind begeistert davon, besaß aber nie ein solches Gefährt. "Dafür muss ich 20 Jahre Pastor sein, damit ich einen so großen Betreuerstab gefunden habe, um es zu verwirklichen", erklärt er.

Die Ausrichtung des Seifenkistenrennens übernimmt der Verein Bubikaba. Pastor Schwan stiftet die Pokale. Er wird selbst nicht mit an den Start gehen, saß aber schon mal Probe in einer Sieger-Seifenkiste vom Vorjahr.

Begeistert meint er: "Ist das ein Feeling." Dann aber doch noch auf eine mögliche Teilnahme angesprochen, verrät er verschmitzt: "Man munkelt von Attentaten auf mein Leib und Leben." Also wolle er es lieber bleiben lassen. Angst habe er selbstverständlich keine, behauptet er, denn er wüsste sich gut beschützt: "Der Herr wird mich begleiten."

Wie im Vorjahr werden auch in diesem Jahr die Sieger aller Klassen mit dem Profi-Rallye-Fahrer Guido Senge auf der ADAC-Strecke von Salm nach Birresborn eine rasche Runde drehen. Als Schirmherr der Veranstaltung hat Pastor Schwan traditionell das Vorrecht, erster Beifahrer im Rallye-Auto zu sein. Er erinnert sich: "Huch, das war keine Fahrt, sondern ein flugähnlicher Rutsch!" Als der Geistliche im vergangenen Jahr aus dem 350-PS–Geschoss ausstieg, überreichten ihm die Organisatoren eine Rolle Toilettenpapier.

Gewinnen kann nur, wer schnell und schön ist

Das Renn-Reglement sieht vier Gruppen vor. Bei den ersten drei Gruppen kommen nur selbstgebaute Kisten zum Einsatz. Doch es kommt nicht nur darauf an, als Schnellster über die Ziellinie zu fahren. Zu gleichen Teilen werden zudem Aussehen und das Ergebnis des Slalomfahren gewertet.

In der Gruppe A sind die Fahrer fünf bis neun Jahre alt, in Gruppe B zehn bis 15 Jahre und in Gruppe C ab 16 Jahre ohne Altersbeschränkung. In der vierten Gruppe kommen die Profi-Seifenkisten aller Altersklassen in die Bewertung. Hier zählt das Fahren und der Slalom auf Zeit je zur Hälfte. In jeder Gruppe erhalten die drei Erstplatzierten einen Pokal, zudem bekommt jeder Teilnehmer eine Urkunde. Am Freitag findet von 18 bis 19 Uhr ein freies Training in der Salmer Straße statt. Probeläufe am Samstag wird es keine geben. Doch eines ist ganz sicher. Am Samstagabend ist in Birresborn ein Wunder geschehen. Dann sind schlagartig alle Seifenkistenrennen-Viren abgestorben.

Kontext
Datum 18.08.2000
Quelle Quelle: Trierischer Volksfreund
Vereine BuBIKABa 1997 e.V.
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