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Birresborn

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Pfarrgemeinde

Wenn die Glocken nach Rom fliegen

Karfreitag sind die Birresborner "Klapperkonner" unterwegs

Birresborn. (kth) Mit dem Gloria am Gründonnerstag verstummen in den Kirchen die Glocken, Schellen und Orgeln für die letzten drei Tage der Karwoche. Es ist das Zeichen der Trauer über das Leiden und Sterben Jesu Christi. Erst zum Gloria in der Osternacht ertönen wieder die Altarschellen und Glocken. Die Gläubigen jubeln über die Auferstehung Christi, und daß sie ihm durch die Taufe angehören. Im Volksmund heißt es aber seit altersher: "In den Kartagen fliegen die Glocken nach Rom, um dort zu beichten oder Reisbrei zu essen". Mit der "Romreise" beginnen auch die Tage der "Birresborner Klapperkonner". So kann es passieren, daß am Karfreitag- und Karsamstagmorgen Langschläfer von einem ungewohnten Geknarre und Gerassel aus den Federn gerissen werden. "Et logd Betklack" rufen die Klapperjungen und -Mädchen, und zur Mittagszeit erschallt zwischen dem Lärm der Klapperbretter und Rasseln der Ruf "Et logd Mettich". "Hört her, ihr lieben Leut, der Heiland ist erstanden" mit dieser frohen Botschaft laden die Klapperkinder am Abend des Karsamstages zur Osternachtmesse ein. Der alte Brauch läßt sich über etliche Jahrhunderte, besonders auch in der Eifel, zurückverfolgen. Jungen und Mädchen, die bisher in Birresborn noch nicht teilgenommen haben, waren jetzt vom Verein "Bunter Birresborner Karnevalsball" (BUBIKA) ins Rathaus eingeladen. Der Verein hat sich zum Ziel gesetzt, alte Bräuche an der Kyll wieder aufleben zulassen und zu pflegen. Pastor Gerhard Schwan erklärte den Kindern den Ursprung des Klapperns und die Legende von der "Romreise der Glocken". Die Jungen und Mädchen waren begeistert. Einige hatten ihre Klappern gleich mitgebracht und machte auch eine erste Geräuschprobe. Bei der Vielzahl der diesjährigen Birresborner Klapperkinder fehlt es aber noch an Klappergeräten. Deshalb die Bitte, wer noch Klappern zur Verfügung stellen kann, soll mit Thomas Strauch (Telefon 442) oder Johannes Burggraf (Telefon 334) Verbindung aufnehmen.

Kontext
Datum 31.03.1998
Quelle Quelle: Trierischer Volksfreund
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