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Birresborn

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Enger Draht, große Dankbarkeit

DAUN/GEROLSTEIN. (mh/bl) Nach dem Wasser kam der Frost: Die Schäden durch die starken Regenfälle sind weitgehend behoben, positiv fällt die Bilanz des Krisenmanagements aus.

Bei allem Unglück ist Karl-Heinz Riemann, Betriebsleiter des Dauner Sprudels, erleichtert. "Wir sind mit einem blauen Auge davon gekommen, denn die Abfüllanlage ist nicht in Mitleidenschaft gezogen worden", sagt er, nachdem die Flut vorbei ist.

Zwar sind nach seinen Angaben ein Computer und etliche Möbelstücke zerstört worden und die Produktion stand am Freitag still. Doch durch den "beherzten" Einsatz von rund zehn Mitarbeitern ­ teilweise ohne gerufen worden zu sein ­ sei Schlimmeres verhindert worden. Riemann: "Sogar Geschäftsführer Karl-Heinz Groß und seine Familie haben angepackt."

Sehr zufrieden ist Gerolsteins Wehrleiter Ernst Krämer mit dem Hochwassereinsatz seiner Männer: "Die Leute haben sehr gut gearbeitet, zum Teil unter extremen Bedingungen, denn es war sehr kalt." Insgesamt waren rund 200 Wehrleute aus allen Wehren des Gerolsteiner Landes im Einsatz, die auch zur Nachbarschaftshilfe ausrückten, etwa die Kameraden aus Hohenfels-Essingen oder aus Kalenborn-Scheuern.

Ebenfalls positiv hob Wehrleiter Krämer den "engen Draht zwischen der Bevölkerung und der Wehr" hervor. Vor allem auf den Dörfern sei noch "große Dankbarkeit zu spüren, wenn wir helfen, Schlimmeres zu verhindern, wie jetzt beim Hochwasser".

Kreisfeuerwehrinspekteur Christoph Bach spricht ebenfalls davon, "dass organisatorisch alles geklappt hat." Die Verbandsgemeinden hätten auf Sandsack-Kontingente und Spezialpumpen zurückgreifen können, zusätzlich habe die Bundeswehr unter die Arme gegriffen.

In der überfluteten Kläranlage Birresborn (der TV berichtete) gingen derweil auch gestern die Aufräumarbeiten weiter. Krämer, der im Hauptberuf bei den Gerolsteiner Verbandsgemeindewerken beschäftigt ist, sagte auf TV -Nachfrage: "Wir haben mit ein paar Leuten einen Weg durch das Geröll gebahnt. Mehr können wir derzeit nicht tun, denn wir kommen nicht mit Fahrzeugen zur Kläranlage."

Der Grund: Das Hochwasser hat auch die aus Betonrohren und einer Teerdecke hergestellte Furt durch die Kyll in Mitleidenschaft gezogen, und die neue Brücke ist noch nicht fertig gestellt. Werkleiter Karl Seidel hatte den Schaden auf rund 5000 Euro beziffert.

Kontext
Datum 06.01.2003
Quelle Quelle: Trierischer Volksfreund
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