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Quelle belastet: BirresbornerSprudel schließt

Zu viele Altlasten im Boden - 25 Jobs weg

BIRRESBORN. (fpl/mh) Hiobsbotschaft am 11.11.: Der Birresborner Phönix Sprudel hat gestern nach 90-jährigem Bestehen sein Werk geschlossen. Grund ist die Verunreinigung der Quellen durch Holzschutzmittel-Rückstände. 25 Mitarbeiter verlieren ihren Job.

Die Nachricht traf die Mitarbeiter am gestrigen Dienstagmorgen völlig unvorbereitet. Bei einer außerordentlich einberufenen Betriebsversammlung teilte ihnen die Geschäftsführung mit, dass das Werk im Kreis Daun mit sofortiger Wirkung geschlossen sei. Betriebsratsvorsitzender Gerfrid Neumann: "90 Jahre Birresborner sind kaputt."

Grundlage der laut Geschäftsführer Wilko Machtan "endgültigen Schließung, die nicht mehr rückgängig zu machen ist", sind die jüngsten Quellwasser-Analysen und die Prüfung durch zwei verschiedene Institute. Die haben ergeben, dass das Wasser der beiden maßgeblichen Quellen - die Adonis- und die Auen-Quelle - mit Holzschutzmittel-Rückständen verunreinigt sind.
Machtan: "Da habe ich die Entscheidung gefällt, das Werk zu schließen." Ein Gespräch am Montag mit dem Staatssekretär im rheinland-pfälzischen Innenministerium, Hendrik Hering, habe den letzten Anstoß gegeben. Wilko Machtan: "Die haben mir keinen Ermessensspielraum gegeben."

Es wird vermutet, dass die Quellen bei Sanierungsarbeiten auf dem Gelände des angrenzenden Holzverarbeitungsbetriebs, der vor rund zehn Jahren geschlossen wurde, verunreinigt wurden. Im Frühjahr und Sommer dieses Jahres wurde die unter anderem mit Holzschutz-Mitteln kontaminierte Erde ausgegraben. Dabei seien, vermutet Machtan, die Mineralwasser-Schutzschicht beschädigt und das Quellwasser verunreinigt worden.

Die bereits ausgelieferten Produkte des Birresborner Sprudels sind nach Worten des Geschäftsführers trotzdem "einwandfrei, denn beim Entzug des Eisens und der damit einhergehenden Filtration wurde auch der Schadstoff entnommen". Laut Verordnung darf das Produkt dann aber nicht mehr als Mineral-, sondern nur noch als Tafelwasser deklariert werden. Es wird befürchtet, dass die 80 Großkunden die Produkte in den nächsten Tagen zurückgeben werden. Erste Lieferungen sind bereits im Werk wieder eingetroffen. Wie viele Flaschen noch in Umlauf sind, konnte Machtan nicht beziffern.

Welcher Stoff exakt zur Verunreinigung geführt hat, wollten weder Machtan noch der ebenfalls frühzeitig informierte Dauner Landrat Heinz Onnertz sagen. Onnertz nannte die Entscheidung "einen Gau für den gesamten südlichen Kreis". Birresborns Ortsbürgermeister Josef Bach war merklich erschüttert: "Das ist für die Mitarbeiter und deren Familien eine Katastrophe."

Kontext
Datum 11.11.2003
Quelle Quelle: Trierischer Volksfreund
Unternehmen Birresborner Phoenix Sprudel GmbH
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