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Eifel-Sprudel: Verbraucher nicht gefährdet

Behörden wissen seit Monaten von Benzol in Quelle

BIRRESBORN. (mh) Die Birresborner Quellen wurden durch Benzol verunreinigt - und die Behörden wissen das seit knapp vier Monaten. Dennoch haben sie den Verkauf des Wassers gebilligt: Weil die Endprodukte nach Filtration einwandfrei gewesen sind. Erst seit bekannt wurde, dass die Verunreinigung möglicherweise durch eine Holz-Firma entstand, wurde das Werk geschlossen.

Seit 23. Juli dieses Jahres ist die Kreisverwaltung Daun über die Verunreinigung der Birresborner Quellen informiert. Auf TV -Nachfrage nannte deren Leitender Staatlicher Beamter Berthold Schmitz die Stoffe, die das Wasser verunreinigt hatten: Benzol und polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (Pak). Während sich die Benzolkonzentration laut Schmitz "im einstelligen Mikrogrammbereich und damit über dem Grenzwert von einem Mikrogramm pro Liter Wasser bewegt", sind die Pak "weit unterhalb der Grenzwerte".

Die Weiterverarbeitung des Wassers ist nach der Einschaltung der Fachbehörden dennoch nicht eingestellt worden. Der Staatssekretär im rheinland-pfälzischen Umweltministerium, Hendrik Hering, sagt, warum: "Zum einen sprach zunächst alles für eine natürliche Verunreinigung, zum anderen war der Verbraucherschutz jederzeit gewährleistet." Berthold Schmitz erläutert das Vorgehen: "Wir haben unser Hauptaugenmerk stets auf den Verbraucherschutz gelegt und vom Birresborner Sprudel wöchentlich Analyse-Ergebnisse der Endprodukte durch das Fresenius-Institut vorlegen lassen. Alles einwandfrei. " Üblich sind monatliche Untersuchungen.

Nicht geklärt ist nach wie vor der Ursprung der Verunreinigungen. Professor Christian Jahnel, stellvertretender Leiter des Geologischen Landesamts in Mainz, bestätigt: "Es gibt derzeit keine abschließende Bewertung darüber, ob es sich um eine natürliche oder vom Menschen verursachte Verunreinigung handelt. Es bedarf weiterer Untersuchungen." Auch, um zu erfahren, ob die Quellen künftig wieder sauber werden könnten.

Die Frage ist zentral, weil natürliche Verunreinigungen laut Verordnung durch Filtration beseitigt werden dürfen. Werden im Endprodukt die vorgegebenen Grenzwerte nicht überschritten, darf das Wasser verkauft werden. Bei hoher Qualität als Mineral-, bei niederer Qualität immerhin noch als Tafelwasser. Handelt es sich aber um Verunreinigungen von Menschenhand, muss die Produktion sofort gestoppt werden. Nach zunächst anderer Einschätzung hat das Unternehmen vergangene Woche in einem Schreiben an die Behörde den Verdacht geäußert, dass die Verunreinigungen vom ehemaligen Holzverarbeitungsbetrieb in unmittelbarer Nachbarschaft herrühren. "Damit hat die Firma die Entscheidung selbst gesetzt", sagt Hering.

Kontext
Datum 12.11.2003
Quelle Quelle: Trierischer Volksfreund
Unternehmen Birresborner Phoenix Sprudel GmbH
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