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Behörden wussten von Benzol in der Sprudel-Quelle

Mit sofortiger Wirkung hat der Birresborner Phönix Sprudel seine Produktion eingestellt: Bereits seit Monaten war bekannt, dass die Quellen des Betriebs mit Benzol und PAK (polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe) verunreinigt sind.

25 Stellen sind von Schließung des traditionsreichen Betriebs betroffen. Eine Gefährdung für den Verbraucher habe jedoch nicht bestanden, teilte die Dauner Kreisverwaltung mit. Bereits am 23. Juli habe der Birresborner Sprudel der Behörde mitgeteilt, dass bei den regelmäßigen Kontrollen des Wassers durch das Institut Fresenius Benzol und PAK festgestellt worden seien. Während sich die Belastung mit PAK weit unterhalb der Grenzwerte befunden habe, habe die Benzolbelastung "im einstelligen Mikrogrammbereich" gelegen. Der Grenzwert liegt bei einem Mikrogramm pro Liter. Beide Stoffgruppen gelten als Krebs erregend.

Da man zunächst von einer natürlichen Verunreinigung der Quelle ausgegangen sei, habe der Betrieb das Wasser nach einer entsprechenden Filterung weiter vermarkten dürfen, hieß es von Seiten der Behörde. Seit Bekannt werden der Verunreinigung seien die Wasseranalysen im wöchentlich statt wie sonst im monatlichen Turnus durchgeführt worden.

Die Wende kam dann jedoch am Montag dieser Woche: Birresborner-Geschäftsführer Wolko Machtan teilte der Kreisverwaltung mit, dass er den Verdacht habe, die Schadstoffbelastung sei nicht durch eine natürliche Verunreinigung, sondern durch Altlasten eines ehemaligen Holz verarbeitenden Betriebes in der Nachbarschaft der Quelle verursacht worden. In diesem Falle sehen die gesetzlichen Bestimmungen jedoch einen sofortigen Stopp der Wasser-Nutzung aus der betroffenen Quelle vor.

Von der Schließung des traditionsreichen Betriebs, der seit über 90 Jahren Mineralwasser produziert und seit Anfang der 90-er Jahre zur Gerolsteiner Gruppe gehört, sind 25 Mitarbeiter betroffen. Da auch bei der Muttergesellschaft derzeit ein Stellenabbau im Gespräch ist, scheint es unwahrscheinlich, dass die betroffenen Mitarbeiter vom Gerolsteiner Brunnen übernommen werden können. Voraussichtlich bis Ende des Jahres sind die Mitarbeiter in Birresborn noch mit der Abwicklung des Betriebs beschäftigt: Derzeit bringen die Großhändler die bereits verkauften Sprudel-, Limo- und Schorle-Getränke in den Abfüllbetrieb zurück. Dort landen die Produkte im Ausguss.

Kontext
Datum 13.11.2003
Quelle Quelle: Wochenspiegel
Unternehmen Birresborner Phoenix Sprudel GmbH
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