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Quelle womöglich absichtlich verseucht

Mineralwasserquellen der Phönix Sprudel GmbH verunreinigt

Die Mineralswasserquelle des Birresborner Sprudel ist nach ersten Ergebnissen einer Untersuchung offenbar absichtlich verunreinigt worden. Die Polizei bestätigte dem SWR, dass die Kriminalpolizei Wittlich die Ermittlungen aufgenommen hat. Es bestehe der Verdacht, dass eine Straftat hinter der Verunreinigung des Wassers steht. Das Quellwasser der "Birresborner Phönix Sprudel GmbH" wies Benzolbelastungen auf. Die Geschäftsführung des Unternehmens hatte hingegen von Belastungen durch Holzschutzmittel gesprochen. Mit dieser Begründung war das Werk am 11. November geschlossen worden.

Nach Angaben der Kreisverwaltung Daun ist die für die Wasserkontrolle zuständige Behörde bereits seit Ende Juli 2003 über die Probleme bei dem Getränkehersteller informiert. Wegen der Verunreinigung durch Benzol hätte der Betrieb nicht eingestellt werden müssen. Bei chemischen Belastungen von Quellen sieht die Mineralwasserverordnung lediglich vor, dass die Produktion so lange stillgelegt werden muss, bis die Ursache beseitigt ist. Außerdem lag der gemessene Benzol-Wert noch unter dem zulässigen Grenzwert der Trinkwasserverordnung von 0,1 Mikrogramm pro Liter. Die Phönix Sprudel GmbH hätte ihr Wasser ohne Bedenken weiter vertreiben dürfen.

"Herber Schlag für die Region"

Die Entscheidung über die Schließung des Betriebes habe das Unternehmen auf eigene Verantwortung getroffen, sagte der Sprecher der Kreisverwaltung Daun, Heinz-Peter Hoffmann. Er versicherte, dass nach dem Lebensmittelrecht die Fertigprodukte des Getränkeherstellers gesundheitlich unbedenklich seien und deshalb weiter vertrieben werden dürften. Hoffmann fügte hinzu: "Das Aus von Birresborner ist ein herber Schlag für unsere ohnehin strukturschwache Region, wo wir um jeden Arbeitsplatz kämpfen".

Bereits ausgeliefertes Wasser ist auch nach Mitteilung der Phönix GmbH nicht belastet und stellt keine Gefahr für die Verbraucher dar. Der Schadstoff würde beim Filtern des Wassers "herausgezogen". Trotzdem haben bereits einige der 80 Großkunden des Unternehmens Wasserlieferungen zurückgeschickt.

Wegen der strengen gesetzlichen Vorgaben dürfte das Wasser aus den Mineralwasserbrunnen der Phönix Sprudel GmbH nicht mehr als Heil- oder Mineralwasser sondern nur noch als Tafelwasser verkauft werden - auch wenn es unbedenklich ist. Der Preis für Tafelwasser liegt allerdings unter dem für Heil- und Mineralwasser und bringt dem Hersteller entsprechend weniger Gewinn.

Das Unternehmen in der Eifel besteht seit 90 Jahren. Zu seinem Angebot gehörten sowohl natürliche Mineral-und Heilwässer als auch Erfrischungsgetränke und Schorlen. Nach Angaben des Mutterunternehmens Gerolsteiner füllte Phönix im vergangenen Jahr etwa 100.000 Flaschen pro Tag mit seinen Produkten ab.


Stichwort: Benzol

Ein giftiger, krebserregender Stoff. Wichtigste Quelle für Benzol sind Mineralölprodukte. Verlieren Maschinen Treibstoff, der im Boden versickert, kann sich leicht Benzol im Untergrund bilden. Der zulässige Grenzwert für Trinkwasser liegt bei 0,1 Mikrogramm pro Liter.

Birresborner Sprudel

Die Phönix Sprudel GmbH ist eine Tochtergesellschaft der Gerolsteiner Brunnen GmbH & Co. KG., die führend auf dem deutschen Mineralwassermarkt ist. Der Tafelwassermarkt wird hingegen von Coca-Cola mit der Marke Bonaqua dominiert.

Kontext
Datum 22.11.2003
Quelle Südwest Rundfunk SWR
Unternehmen Birresborner Phoenix Sprudel GmbH
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