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Streit um "Obulus" schwelt weiter

BIRRESBORN/DENSBORN. (vog) Der Ärger um die Botengebühr von einem Euro, die Gerolsteiner Apotheken für Lieferungen nach Birresborn und Densborn verlangen, hält an. Mittlerweile beschäftigt sich das Mainzer Sozialministerium damit.

"Das ist reine Abzockerei. Scheinbar machen die Behörden mit jeder kleinen Dienstleistung Geld auf dem Rücken der kleinen Leute", schimpft Birresborns Bürgermeister Josef Bach. Er hat inzwischen einen Brief ans Mainzer Wirtschaftsministerium geschrieben. Das hat den schwarzen Peter vor kurzem ans Sozialministerium weitergegeben. Eine Antwort steht noch aus. Hintergrund: Von den vier Gerolsteiner Apotheken, die in Birresborn und Densborn einen Medikamentenzustellservice betreiben, muss jede jährlich 511 Euro Genehmigungsgebühr bei den Arztpraxen der beiden Dörfer zahlen. Dafür nehmen sie von ihren Kunden einen Euro je Zustellung und je Familie.
Wilhelm Petry von der Hubertusapotheke erklärt: "Bis Juni 2003 war die Aufsichts- und Dienstleistungsbehörde für die Genehmigung zuständig. Da kostete es 50 Euro. Als die Apothekenkammer Mainz die Genehmigung übernahm, verzehnfachte sich die Gebühr." Nach Petrys Meinung ist "der Botendienst politisch nicht gewollt". Die Kunden sollen offenbar dazu gebracht werden, in die Apotheken zu kommen. Sein Kollege Walter Raspe von der Brunnenapotheke sagt: "Der Rezeptabhol- und Zustelldienst in diesen Gemeinden ist eine absolute Ausnahme, die nur in wenigen Gemeinden zugelassen ist." Er versteht die Aufregung wegen des einen Euros nicht. Dafür könne niemand kostendeckend von Densborn nach Gerolstein in die Apotheke fahren. Viele Kunden sehen das anders. Sie fühlen sich verschaukelt, weil die Botengebühr angeblich ohne Ankündigung erhoben wurde. (der TV berichtete). Eine Arzthelferin in der Birresborner Arztpraxis sagt: "Seitdem es in der Zeitung gestanden hat, sagen viele, sie würden lieber selbst fahren." Das macht auch Markus Nohn. Er hatte Beschwerde eingelegt. "In der Antwort der Landesapothekenkammer steht, dass die Gebühr korrekt ist", berichtet der verärgerte Rettungsassistent. Apotheker Raspe hält dagegen: "Die Kosten werden nicht abgewälzt. Der Euro ist lediglich ein Obolus."

Kontext
Datum 16.03.2004
Quelle Quelle: Trierischer Volksfreund
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