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Birresborn

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Vom steilen Aufstieg des Wehrführers

Einweihung des neuen Birresborner Feuerwehrhauses war Höhepunkt des Verbandsgemeinde-Feuerwehrtags

(GABI VOGELSBERG)Das Feuerwehrhaus wird eingeweiht: Weil der Weihwasserkessel samt Kelle fehlt, füllt Pastor Schwan das Wasser in einen orangefarbenen Feuerwehrhelm und segnet per Hand Haus und Menschen. Wehrführer Robert Benz fungiert als "Messdiener".

Birresborn stand am Sonntag ganz im Zeichen der Feuerwehr. Am Vormittag trafen sich die Wehrführer zur Fachtagung, am Nachmittag wurde das neue Feuerwehrhaus offiziell eingeweiht und den gesamten Tag über präsentierten sich die Wehren beim Verbandsgemeinde-Feuerwehrtag.

"Feuerwehrleute kennzeichnet nicht alleine das Erlernen des Feuerwehrhandwerkes, sondern das permanente Lernen und die Bewältigung neuer Aufgaben," stellte Kreisfeuerwehrinspekteur (KFI) Christoph Bach bei der Wehrführertagung fest. Mit der Fortbildung sei das aber so eine Sache, sagte VG-Sachbearbeiter Heinz Hansen: "Trotz des neuen Schulungshauses in Koblenz hat sich die Lehrgangssituation nicht verbessert. Oft wird nur ein Drittel unserer Anmeldungen berücksichtigt." Berücksichtigt, ja gewürdigt wurden hingegen die außerordentlichen Leistungen des Gerolsteiners Hans-Dieter Prüß als Atemschutz-Kreisausbilder seit zehn Jahren; Wehrleiter Ernst Krämer verlieh ihm das silberne Ehrenabzeichen am Bande.

Und auch das besondere Engagement des scheidenden Bürgermeisters Adolf Rodermann für die Wehren in der Verbandsgemeinde wurde mehrmals am Tag thematisiert und gewürdigt.

VG-Feuerwehrchef Krämer forderte derweil die Gründung weiterer Jugendfeuerwehren. "Kleinere Gemeinden sollten sich dabei ortsübergreifend zusammen tun", sagte Krämer und stellte die Jugendwehr Hohenfels-Essingen/Berlingen als Beispiel heraus.

KFI Bach erläuterte die Neuerungen, die auf die Feuerwehren zukommen. Er erklärte, dass die Notruf-Nummer 19222 wegfällt und somit künftig nur noch ein Anruf unter 112 (direkt an die neue Leitstelle in Trier) und 110 (direkt an die Polizei) zum Ziel führe. Bach: "Der Kreis Daun wird zur Jahreswende für die Erstalarmierung von Trier aus benachrichtigt werden." Dafür sei die Funkausstattung der Wehren optimiert worden, was 600 000 Mark gekostet habe und zu 60 Prozent vom Land gezahlt worden sei.

Um Geld ging es auch bei der Einweihung des neuen Feuerwehrhauses in Birresborn. "Die kalkulierten Kosten von 800 000 Mark werden deutlich unterschritten", verkündete Rodermann. Klaus Jansen verriet als Vertreter des Landrates, dass auf Kreisebene noch diskutiert werde, ob 148 000 oder 164 000 Mark Zuschuss gezahlt werden.

Neues Domizil mit Besonderheiten

Nach einem Jahr Bauzeit steht das neue Feuerwehrhaus auf dem Gelände des alten Bahnhofs. Und es weist einige Besonderheiten auf. Dabei ist die Stiefel-Wasch-Station genauso einzigartig in der Verbandsgemeinde wie die Abgas-Absauganlage für die startenden Feuerwehrfahrzeuge.

Außerdem wurde bei den Erdarbeiten die ehemalige Wasserversorgung des Bahnhofs freigelegt. "Der Brunnen wird wieder hergerichtet", versprach der Birresborner Wehrführer Robert Benz. Benz erarbeitete den Plan des Gebäudes dreidimensional am Computer, so dass ein virtueller Spaziergang durch die Räume schon vor dem Bau möglich wurde. "Dabei konnten viele Dinge geändert werden – beispielsweise die Höhe der Fenster im Schulungsraum", erinnert sich Benz.

Rodermann stellte den "großartigen Einsatz der Birresborner Feuerwehr, die enorm viele Arbeiten in Eigenleistung erledigt hat", heraus. "Alle technischen Gewerke haben wir selbst gemacht", berichtete Benz. Nach Meinung von Ortsbürgermeister Josef Bach macht das Feuerwehrhaus "die Gemeinde reicher".

Pastor Gerhard Schwan segnete das Gebäude ein, bevor Josef Germund, VG-Bauingenieur, den Schlüssel an Robert Benz übergab. War am Vormittag der Feuerwehr-Spielmannszug Gerolstein für die musikalische Gestaltung zuständig, baute am Nachmittag der Musikverein Birresborn seine Instrumente auf. Aber auch die Jugendfeuerwehren kamen zum Zug. Von den neun Wehren setzte sich eine 18-köpfige Crew zusammen, die Schauübungen zeigte. Dabei wurde neben dem Aufbau einer Wasserversorgung über hundert Meter auch ein Löschangriff auf drei Zielklappen gezeigt. Als Gag hatten sie auf die dritte Klappe das Konterfei des scheidenden Verbandsbürgermeisters geklebt – mit der Aufschrift "Tschüss Herr Rodermann".


KORREKTUR (Volksfreund vom 24.10.2001) : Bei der Berichterstattung über den Verbandsgemeinde-Feuerwehrtag in Birresborn zählten wir die Leistungen der Wehren in der Verbandsgemeinde auf. Dabei handelte es sich um die 2000er-Bilanz und nicht um die des aktuellen Jahres. Zudem stellen wir klar: Die Notrufnummer 19222 gilt weiterhin.

Kontext
Datum 22.10.2001
Quelle Quelle: Trierischer Volksfreund
Vereine Freiwillige Feuerwehr
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