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Birresborn

Eifelgemeinde mit Herz

Vereine

…und der Organist spielt für 3 Taler Honorar

Sangesgemeinschaft in der Kylltal-Gemeinde Birresborn ist älter als 150 Jahre

BIRRESBORN.(Bericht & Foto: ERWIN SCHÖNING) Eine lange Tradition hat der Kirchenchor Birresborn. Der TV stellt ihn im Porträt vor.

Der Kirchenchor St. Nikolaus der Pfarrgemeinde Birresborn feierte im Jahre 1991 sein zwar 125-jähriges Bestehen. Für Überraschung sorgte damals aber Vorsitzender Günter Hamann, als er in seiner Begrüßungsrede erklärte, neueste Recherchen hätten ergeben, dass der Kirchenchor in Birresborn bereits 142 Jahre alt sei.

Im Juli 1833 weihte der damalige Bischof Hammer aus Trier die von der Gemeinde Birresborn neu errichtete Kirche ein. Am 10. Oktober 1833 wurde Birresborn selbstständige Pfarrei, nachdem sie über hundert Jahre Filiale der Pfarrei Mürlenbach gewesen war.

Das Organistenamt wurde 1835 dem Lehrer Matthias Clemens übertragen. Die Pfarrei hatte im Jahr 1841 von dem Trierer Orgelbauer A.W. Breitenfeld eine neue Orgel erbauen lassen. Im Visitationsbericht aus dem Jahre 1849 wird der Kirchenchor Birresborn erstmalig erwähnt: An Hochfesten wurde lateinisch, an Festen zweiter Ordnung lateinisch oder deutsch gesungen. Außerdem ist in der Jahresrechnung von 1849 Aufgeführt: "… dem Chorpersonal als Honorar 3 Taler und 15 Kreuzer zu zahlen". In einer anderen Rechnung ist die Rede vom "Gehalt für den Gesangverein".

In Folge übernahmen immer die Birresborner Lehrer das Amt des Organisten und die Leitung des Kirchenchors. Vorsitzender Günter Hamann: "Bei Ausbruch des Ersten Weltkrieges erlosch der Kirchenchor, wurde aber anlässlich des Kriegsheimkehrerfestes durch Valentin Schmalen wieder ins Leben gerufen!"

Von 1920 bis 1930 leitete Lehrer Brandt den Kirchenchor. Unter seiner Leitung wurde er im Jahre 1927 von einem reinen Männerchor in einen gemischten Chor umgewandelt.

1930 übernahm Valentin Schmalen die Leitung des Kirchenchores, den er mit viel Geschick und Erfolg bis in hohe Alter von 81 Jahren leitete.

Als Schmalen 1976 aus gesundheitlichen Gründen zurücktrat, übernahm Rudolf Hermes die Leitung des Chores und den Organistendienst. Hermes: "Mein Vorgänger komponierte das ,Birresborner Heimatlied‘ und das ,St. Nikolauslied‘ der Pfarrei als vierstimmiger Satz!"

!976 wurde auch das neue Einheitsgesangbuch "Gotteslob" in der Pfarrei eingeführt. Der Chor zählte damals 18 aktive Mitglieder, inzwischen ist die Anzahl auf 40 Sängerinnen und Sänger gewachsen.

1991 wurde der Kirchenchor Birresborn mit der "Palestrina-Medaille" des Allgemeinen Cäcilienverbandes ausgezeichnet. Chorleiter Rudolf Hermes: "Der Chor wählte sich zum Motto die Komposition von Ludwig van Beethoven ,Die Himmel rühmen des Ewigen Ehre‘."

Dies werde dokumentiert auf dem Briefpapier des Chores und dem "Signum".

Zum Repertoire des Chores gehören: Gregorianischer Choral, lateinische und deutsche Messen, Motetten, klassische und moderne geistliche Lieder sowie weltliche Lieder. Chorleiter Hermes: "Seit über 20 Jahren ist neben den kirchlichen Hochfesten das Adventskonzert, das zusammen mit dem Männergesangverein und dem Musikverein jeweils am 3. Adventssonntag gestaltet wird, der Höhepunkt der chorischen Arbeit. Dieses wird als Benefiz-Konzert gestaltet für die Jugendarbeit von Pastor Ostheimer in Brasilien." Von den zur Zeit 40 Sängerinnen und Sänger wurden mehrere mit der bronzenen, silbernen und goldenen Ehrennadel ausgezeichnet. Ein Sänger wurde bereits für 65 Jahre im Dienst der Kirchenmusik ausgezeichnet, eine Sängerin für 60 Jahre und ein Sänger für 50 Jahre.

DER VEREIN

  • NAME: Kirchenchor "St. Nikolaus" Birresborn
  • EINZUGSGEBIET: Birresborn
  • ANGEBOT: Kirchengesang und weltliche Lieder
  • MITGLIEDER: 40
  • BEITRAG: 6 Euro
  • VORSITZENDER: Günter Hamann, Telefon 06594/661.

Kontext
Datum 16.01.2002
Quelle Quelle: Trierischer Volksfreund
Vereine Kirchenchor
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