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Birresborn

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Ein Funkloch weniger in der Eifel

Derzeit wird am Ortsrand von Birresborn ein 40 Meter hoher Funkmast aufgebaut. Im April soll er in Betrieb genommen werden. Ein Bürger wirft der Ortsgemeinde Geheimniskrämerei im Genehmigungsverfahren vor. Die Gemeinde wehrt sich.

Birresborn. "Ich wundere mich, dass ich noch nichts im Amtsblatt darüber gelesen habe. Es wird praktisch als Geheimsache irgendwo im nichtöffentlichen Teil der Sitzungen verhandelt", meint Lorenz Brück.

"Das ist keine Geheimsache"

Ortsbürgermeister Josef Bach reagiert ausgesprochen verärgert über die Unterstellungen. Er hält dagegen: "Quatsch, das ist doch keine Geheimsache. Es wurde im öffentlichen Teil behandelt, und der Tagesordnungspunkt hat auch im Amtsblatt gestanden." Lediglich die Grundstücksangelegenheiten seien im nichtöffentlichen Teil der Sitzung besprochen worden.

Hintergrund: Der Funkmast steht auf privatem Areal. Nur die Stromleitungen verlaufen entlang von Gemeindegrund. Bach erklärt: "Fürs Wegerecht kriegen wir ein paar Euro als Einmalzahlung. Und die jährliche Pacht geht an den Privatmann."

Befürchtungen wegen möglicher Strahlenbelastungen sieht Bach nicht. Er sagt: "Es wurde ja durch alle Instanzen genehmigt, und auch der Naturschutz war eingebunden."

Der Funkmast steht in exponierter Lage hoch über dem Dorf in einer kleinen Lichtung in Richtung Büdesheim. Die ersten Häuser liegen 200 Meter Luftlinie entfernt und um etliche Meter tiefer.

Ein Experte meint: "Da müsste man schon mit einem Hubschrauber am Mast hochfliegen, um in gefährliche Bereiche zu kommen."

Frank Schönborn, O2-Pressesprecher, erklärt: "Wegen der Höhe des Standortes und der großen Entfernung zum Dorf liegen wir weit unterhalb der Grenzwerte. Auch das Bundesamt für Strahlenschutz sieht das so."

In einem Standardprozedere sei die Anlage genehmigt worden. Anbieter O2 wolle die eigene Versorgung in der Region ausbauen, da die sogenannten Roaming-Verträge über die T-Mobile-Masten nach und nach auslaufen.

Hier dürfen auch andere Anbieter andocken

Zu den Investitionskosten machte Schönborn keine Angaben. Die Ortsgemeinde Birresborn hat bei den Verhandlungen auch die generelle Handyversorgung aller Anbieter im Blick behalten. Bach: "Wir haben im Vertrag festhalten lassen, dass an den Mast auch andere Anbieter andocken dürfen, so dass nicht wild in der Gegend Masten aufgestellt werden." Der Ortsbürgermeister ist von einigen Bürgern angesprochen worden. Sein Fazit: "Die Leute sind froh darüber, dass wir aus dem Funkloch raus sind. Außerdem ist raschere Hilfe bei Unfällen im Wald oder im Kylltal gewährleistet."

Zum Foto:Auf der Anhöhe zwischen Birresborn und Büdesheim wird momentan ein 40 Meter hoher Funkmast vom Handyanbieter O2 aufgebaut. Damit verschwindet ein großer weißer Fleck beim Handyempfang auf der Eifelkarte. TV-Foto: Gabi Vogelsberg

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Datum 07.02.2008
Quelle Quelle: Trierischer Volksfreund
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